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Safran – Begriff und Gegenstand

Berlin, Deutschland (ShamZ Global). Crocus sativus, auf Deutsch Safran, ist ein Begriff, der aus der arabisch und persischen Sprache stammen solle und eben das Gelbe beziehungsweise Safran meint. Dass sein Gegenstand eine Krokus-Art ist, darauf verweist sein lateinischer Name, sein wissenschaftliches Namenwort. Doch Safran ist älter als sein Begriff.

Sandra und Urs Durrer verweisen in ihrem Standardwerk „Safran – Das rote Gold“ darauf hin, dass etymologisch Safran von Zafaran abstamme, wobei Zu auf Gold hindeute. Allerdings wird unter Zarparan „Blume, die Gold oder goldene Federn auswirft“ verstanden. Daraus solle „das rote Gold“ oder auch „das rote Gold der Wüste“ geworden sein. Vor allem in Persien mit seinen Wüsten, im heutigen Iran sind es rund 50, wuchs Crocus sativus trotz dürftiger Vegetation.

Doch Durrers erwähnen auch die persische Variante. Wer vom „alten Persien“ spricht, beispielsweise dem Persischen Imperium in seiner Ausdehnung im 500. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung (nuZ), der weiß, dass dieses im Westen nicht nur am Bosporus begann, sondern von Thrakien bis Mazedonien reichte. Im Norden wurde es vom Schwarzen Meer sowie dem Kaukasischen Meer begrenzt, aber auch vom Kaukasus, den Wüsten in den heutigen Stan-Staaten Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Afghanistan war Teil des Persischen Reiches, das bis an den Persischen Golf und die Arabische See reichte, vor allem die Flüsse Euphrat und Tigris sowie den Nil, bis Assuan umfasste, bis an die Großen Syrte grenzte, aber nicht das alte Arabien beinhaltete. Die Staaten mit den traditionellen Anbaugebieten für Safran heißen heute Iran, Irak und Afghanistan, auch wenn er mittlerweile vom Atlantik (Königreich Marokko)
bis zum Pazifik (Volksrepublik China) angebaut wird und das auch in deutschen Staaten.

Im aktuellen, modernen Persisch, einer indoeuropäischen Sprache, die in der Islamischen Republik Iran, in der amtlichen Republik (de jure) beziehungsweise im theokratischen Emirat (de facto) Afghanistan (dort als Dari-Persisch bezeichnet), in der Republik Tadschikistan und in der Republik (1) Usbekistan gesprochen und geschrieben wird, heißt Safran wie im Arabischen Zafaran.

In der alten hebräischen Sprache jedoch wird von Karkom gesprochen und geschrieben, wenn Safran gemeint ist. In dem Talmud, sowohl im Babylonischen Talmud als auch im Jerusalemer Talmud“ mit seinen zwei Teilen, der Mischnach um 200 nuZ und der Gemara um 500 nuZ, ist noch von Karkom die Rede. Im neuen und aktuellen Hebräisch heißt es jedoch Safran. Dafür haben sich Araber das Karkom aus dem alten Hebräisch entlehnt und zu Kurkum verändert. Doch damit ist nicht mehr Safran gemeint, sondern Kurkuma, auch als Gelbwurz bekannt.

In der Literatur werden zwar Vermutungen angestellt, auf welche Weise nicht nur der Gegenstand, sondern auch der Begriff vom Orient in den Okzident gelangte, doch Händler aus der arabischen Welt sollen „das rote Wüstengold“ mit Zafaran bezeichnet haben und daraus soll in der lateinischen Sprache Safranum geworden sein, wobei im alten Latein Saffranum geschrieben wurde. Vermutlich erfolgte die Verbreitung über das Arabische Reich, das einst bis auf die Iberische Halbinsel ausgedehnt wurde. Durrer: „Direkt über das Arabische, oder über die mittelalterlich-lateinische Form Saffranum, erfolgte dann die Verbreitung von der maurisch besiedelten Iberischen Halbinsel in die meisten westlichen Sprachen. So wird das Wort ‚Safran‘ heute in Europa überall ähnlich geschrieben: Safran in Deutsch und in Französisch, Zafferano in Italienisch, Azafrán in Spanisch, Acafrao in Portugiesisch, Saffron in Englisch, Sahrami in Finnisch, Shafron in Russisch oder Zaprana in Georgisch.“ (2)

Hinsichtlich der heutigen Anbaugebiete muss erwähnt werden, dass in Sanskrit, der Sprache der Hindus, „Pflanzen in der Regel nach ihrem Anbaugebiet benannt werden. So heißt Safran hier Kschmirajanman, was übersetzt ‚Produkt des Kaschmir‘ heißt.“ (3) Kaschmir bedeutete früher vor allem das Kaschmir-Tal, wo Safran wuchs und wächst, wird heute allerdings als eine Region im Himalaya verstanden, die zwischen der Volksrepublik China, der Republik Indien und der Islamischen Republik Pakistan nicht nur umstritten ist, sondern auch umkämpft. Teile von Kaschmir befinden sich in allen drei genannten Staaten.

Eine Sprache ist noch zu erwähnen, um den Begriff in seiner Entwicklung und Anschauung zu verstehen. Durrer: „Auf Altgriechisch hieß Safran Krokos. Dieser Name entstand durch die mythologische Erzählung des Dichters Homer über Krokos und Hermes. Das moderne Griechisch hingegen übernahm die Bezeichnung Safora. Das altgriechische Wort Krokus wiederum floss in die lateinische und botanische Bezeichnung von Safran ein und wurde zu Crocus sativus. Wenn die Pflanze mit Crocus sativus bezeichnet wird, dann wird mit Safran im Grunde genommen nur das „Gewürz“ benannt, also „die drei roten Narben im violetten Blütenkelch“.

Anmerkungen:

  1. Durrer/ Durrer (2020), Seite 11
  2. Durrer/ Durrer (2020), Seite 7f.
  3. Durrer/ Durrer (2020), Seite 12
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